Amnesty-Generalsekretärin Monika Lüke zu Gast in Hamburg
Besuch unserer Generalsekretärin Monika Lüke
auf der monatlichen Bezirksversammlung in Hamburg
Am12. April hat unsere neue Generalsekretärin Monika Lüke die Bezirksversammlung in Hamburg besucht. Über zwei Stunden diskutierten die Mitglieder mit Monika intensiv über die weitere Arbeit der Organisation und zahlreiche weitere interessante Themen wie Verbesserung von Strukturen, Zusammenarbeit / Vernetzung mit anderen NGOs, aktuelle Kampagnen und den Wandel von Amnesty International von einer Gefangenen-Hilfsorganisation zur Menschenrechtsorganisation.
Leider stand Monika etwas unter Zeitdruck, weil sie noch am gleichen Abend nach Berlin zurückfahren musste, aber die Zeit wurde intensiv genutzt.
Bereits fünf Tage später war Monika Lüke zur Konferenz der Bezirkssprecher der Deutschen Sektion wieder Gast in Hamburg.
Zeig’ Gesicht für Menschenrechte im Iran
A Face for Freedom in Iran
Zahlreiche Menschen in Hamburg und Amnesty International, Bezirk Hamburg sendeten mit der Aktion „…a Face for Freedom in Iran“, die auch in anderen europäischen Ländern stattfand, ein Signal für Millionen von Iranern. Am Samstag, 30.01.2010 von 12:00 bis 15:00 Uhr konnten Hamburgerinnen und Hamburger die Menschen im Iran unterstützen, indem Sie ein Foto von Ihrem Gesicht machen ließen. Sie wollten ihre Gesichter für Freiheit im Iran zeigen und sich auf diese Weise für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran einzusetzen. Jedes Gesicht ist ein Symbol des Friedens. Mit dieser Aktion wollten sie, in Solidarität zu den Menschen im Iran, ein Zeichen setzen für diejenigen, deren Stimmen bisher noch nicht gehört wurden.
• zurückhaltend bei zukünftigen Demonstrationen vorzugehen und das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung im Iran zu gewährleisten. • eine unabhängige Untersuchung der Vorgehensweise der Milizen und Sicherheitskräfte während der Demonstrationen durchzuführen und Mitglieder der Milizen und Sicherheitskräfte, die Menschenrechtsverletzungen begangen haben, zur Rechenschaft zu ziehen. • sicher zu stellen, dass Gefangene nicht gefoltert oder misshandelt werden und eine faire Verhandlung erwarten dürfen. • die Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu beenden. Wir verlangen die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Gefangenen, die lediglich verhaftet wurden, weil sie ihre Meinung zum Ausgang der Wahlen ausgedrückt haben und die Freilassung von Menschen, die nach unfairen Prozessen und Schauprozessen inhaftiert wurden. Auch auf dem YouTube-Kanal von Amnesty International
Hamburg ist ein kurzer Bericht zu sehen.
Smartmob: Nie wieder Völkermord in Darfur
Smartmob: Nie wieder Völkermord in Darfur
Gemeinsam mit der Gesellschaft für bedrohte Völker und SOS Darfur hat Amnesty International am 30.10.2010 auf dem Hamburger Gerhard-Hauptmann-Platz einen so genannten Smartmob – ein Flashmob mit gesellschaftspolitischem Hintergrund – gestartet. Ziel der Aktion war es, die Öffentlichkeit auf kreative, interessante, friedliche, aber auch ungeschönte Weise auf den anhaltenden Genozid in Darfur aufmerksam zu machen. Dazu haben alle Teilnehmer, die mit roter Schminke und roten Servietten entsprechend „blutig“ geschminkt waren, ein Massaker nachgestellt, indem sie sich drei Minuten lang reglos auf den Boden des Platzes gelegt hatten. Insgesamt sind wir so innerhalb von 45 Minuten drei Mal gemeinsam „gestorben“. Außerdem waren aussagekräftige Transparente und Infotische aufgestellt, um Passanten auch mit Flyern über die nötigen Fakten zu informieren und sie zur Teilnahme an unseren Petitionen einzuladen. Obwohl Smartmobs im Vergleich zu normalen Infoständen nur sehr kurze, scheinbar spontane Aktionen sind, hat unsere AI-Gruppe 1172 auf diese Weise in einer Stunde viele Unterschriften sammeln können.
Fotos der Aktion gibt es auf http://www.flickr.com/photos/43837164@N07.
Frauke Priegnitz, Gruppe 1172
Mexiko 1968 – Das Massaker von Tlatelolco – Über 40 Jahre Straflosigkeit
Mexiko 1968 – Das Massaker von Tlatelolco
Über 40 Jahre Straflosigkeit
Zu diesem Thema sprach Ana Ignacia Rodríguez, genannt La Nacha, am 1.12. in der bis auf den letzten Platz gefüllten Werkstatt 3 in Altona. Und unter diesem Motto stand auch die speakers tour, die La Nacha im November/ Dezember durch neun Städte führte. Sie sprach als Zeitzeugin und Überlebende des Massakers vom 2. Oktober 1968 und als ehemalige politische Gefangene über die Straflosigkeit der Täter und die bis heute andauernden staatlichen Menschenrechtsverletzungen in Mexiko.
Als Mitglied des Comité 68 – einem 1978 ge-gründeten Zusammenschluss von Aktivist/ innen – berichtete La Nacha über ihre aktuelle Kampagne gegen die Straflosigkeit und gegen das Vergessen. Dem Komitee war es in den vergangenen Jahren gelungen, den früheren Innenminister und späteren Staatspräsidenten, Luis Echeverría Álvarez, unter Mordanklage zu stellen. Neben anderen wird er als der Hauptverantwortliche für die Massaker vom 2.10. 1968 und vom 10.6.1971 sowie für die im sog. "schmutzigen Krieg" der 1970er Jahre verschwundenen Menschen (man spricht von ca. 600 Personen) angesehen. Der Oberste Gerichtshof erließ gegen Echeverría für die Dauer von zwei Jahren Hausarrest (ein in der neueren Geschichte Mexikos einmaliger Vorgang), erwirkte aber im Frühjahr 2009 dessen Aufhebung, ohne den Beschuldigten zu rehabilitieren. Dies gibt dem Komitee die Möglichkeit, den Fall nach Ausschöpfung der nationalen Gerichtsbarkeit vor ein internationales Strafgericht zu bringen. La Nacha war eine der wenigen jungen Frauen, die in der Studentenbewegung von 1968 in Mexiko-Stadt eine führende Rolle gespielt hatte. Die anfänglich auf den akademischen Raum beschränkten Unruhen wuchsen sich ab August 1968 binnen kurzer Zeit zu einem nationalen Massenprotest aus, der sich gegen die von Regierung und Militär verfolgte soziale Repression richtete. Das Massaker vom 2. Oktober 1968 im Stadtteil Tlatelolco – zehn Tage vor Eröffnung der Olympischen Spiele – markierte de facto das Ende der Studentenbewegung.
La Nacha wurde insgesamt dreimal verhaftet. Sie stand kurz vor dem Abschluss ihrer juristischen Ausbildung, als sie Monate später im Januar 1969 frühmorgens verschleppt wurde. Gemeinsam mit anderen Studienkollegen wurde sie einer Reihe schwerer und schwerster Straftaten beschuldigt, die weder sie noch ihre Freunde jemals begangen hatten – ein in Mexiko bis heute übliches vorgetäuschtes Anklageverfahren. Im Oktober 1970 wurde sie rechtskräftig zu 16 Jahren Haft verurteilt. Am 26. Dezember des gleichen Jahres wurde sie überraschend frei gelassen.
La Nacha bei der Auftaktveranstaltung am 3.11. in Frankfurt/Main
Während der fast zweijährigen Haft hatte sich Amnesty International ihrer angenommen. Speziell eine deutsche Gruppe in Frankfurt am Main (damals: Gruppe 609) hatte La Nacha betreut, ihr regelmäßig Briefe ins Gefängnis geschrieben, Lebensmittel in Konserven geschickt, mit ihrem Anwalt korrespondiert und sich an das IS in London gewandt. Es steht nach Aussage von La Nacha außer Frage, dass diese begleitenden Aufmerksamkeiten der Frankfurter Gruppe zu ihrer Begnadigung und vorzeitigen Haftentlassung beigetragen haben. Auch nach ihrer Befreiung hatte sich die Frankfurter Gruppe über Jahre um sie gekümmert und ihr u.a. Geld überwiesen. Aus diesem Grund hatte Nacha seit langem den Wunsch, sich irgendwann in ihrem Leben für diese Hilfe bedanken zu können, und deshalb fand auch in der Frankfurter Universität die Auftaktveranstaltung statt. Leider ist es uns nicht gelungen, nach über 40 Jahren noch irgendjemanden ihrer damaligen Helfer ausfindig zu machen. So hat La Nacha ihren Dank während der Rundreise allgemein an die Deutschen formuliert. La Nacha entpuppte sich als eine begnadete Rednerin, die ihre Zuhörerschaft – ob jung oder alt – immer wieder in den Bann zog. Wie auch die anderen Komitee-Mitglieder ist sie frei von Rachegedanken. Dennoch wiederholte sie bei jeder Veranstaltung den Wahlspruch des Comité 68: "Ni perdón, ni olvido" (Weder Gnade noch Vergessen). Über die Massaker und das Verschwindenlassen von Menschen dürfe nicht der Mantel des Schweigens gezogen werden. Wenn der Expräsident nun schon so alt sei, dass er laut mexikanischer Rechtssprechung nicht mehr ins Gefängnis verbracht werden dürfe, so solle doch alles versucht wer-den, ihm sein beträchtliches Vermögen zu entziehen und es der heutigen Studentengeneration zukommen lassen. Neben ihren Vorträgen wurde in einigen Städ-ten auch der abendfüllende Spielfilm "Cementerio de Papel" (Friedhof der Papiere) gezeigt, den La Nacha im Gepäck hatte. Dabei handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen spannenden Romans von Fritz Glockner, dessen Vater 1976 als Guerillero erschossen wurde. Der Film besticht durch die Nähe zur Realität, da die Drehorte den realen Schauplätzen entsprechen und einige Schauspieler/innen die Aktivist/innen von damals und heute sind.
"Cementerio de Papel" ist ein Thriller über die fehlende Aufarbeitung staatlicher Menschen-rechtsverletzungen. Spielort ist der "schwarze" Lecumberri-Palast, der seinerzeit das berüchtigte Gefängnis von Mexiko-Stadt war. Heute beherbergt er das Archivo General de la Nación, wo die Akten über den schmutzigen Krieg der 1970er Jahre lagern, die seit 2002 wieder öffentlich zugänglich sein sollen. Aber es besteht immer noch ein diffuses Geflecht von ehemaligen Tätern, Geheimagenten und (Ex)Politikern, die keinerlei Interesse an einer Aufklärung der Vorgänge von damals haben. Der Film kam Anfang 2009 in die mexikanischen Kinos, wurde aber nur kurz gezeigt, da die Werbung für die Filmvorführung verschwand und einige Kinos von ihren Besitzern die Auflage erhielten, den Film so bald wie möglich abzusetzen. Dies zeigt die Aktualität und die Kontroversen, die sich immer noch um die Vergangenheitsbewältigung ranken.
La Nacha im Welthaus Bielefeld. Barbara Schütz übernahm die Übersetzung. Wer sich nachträglich noch ein Bild von der speakers tour machen möchte, sei auf den Blog "http://memoria.blogsport.de" hingewiesen.
Wolfgang Grenz (Sprecher) Regionalverbund Mexiko/Zentralamerika Hamburg
Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi
Veranstaltung mit Menschenrechtsaktivistin
und Friedensnobelpreisträgerin
Shirin Ebadi
Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, Juristin, Menschenrechtsaktivistin und 2003 als erste muslimische Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, ist nach einem Besuch der USA als Gast der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. in Kooperation mit Amnesty International, Bezirk Hamburg in Hamburg und hat mit Ruth Jüttner, Amnesty Iran-Expertin, über die Situation im Iran gesprochen. Moderatorin des Abend in der Katharinen Kirche war Prof. Ursula Neumann, Universität Hamburg,
Nachfolgend ein Ausschnitte aus einem Interview, das Frau Ebadi Amnesty am Rande des sehr interessanten Abends gegeben hat
Hunderttausende gingen nach den Wahlen auf die Straßen Diese Massenproteste wurden brutal niedergeschlagen. Ist die Opposition gescheitert?
Nein, der Kampf für die Demokratie geht im Iran weiter. Wegen der Unterdrückung und der Gewalt, die von der Regierung ausgegangen ist, hat diese Bewegung ihr Auftreten verändert. Ein Beispiel dafür ist das Komitee der Trauernden Mütter, deren Kinder entweder getötet, verhaftet oder die spurlos verschwunden sind. Die Mütter tragen schwarze Kleidung und kommen jeden Samstag zwischen 19 und 20 Uhr in einem Park in Teheran zusammen und begehen diese Zusammenkunft in Schweigen.
Welche Möglichkeiten haben Organisationen wie Amnesty, um bedrohte Aktivisten der Zivilgesellschaft und Menschenrechtsverteidiger zu unterstützen? Unsere wichtigste Forderung besteht darin, dass Amnesty die Menschenrechtsverletzungen, die im Iran begangen werden, der Weltöffentlichkeit zu Gehör bringt. Wir brauchen die Solidarität der Menschen in der Welt. Zum Beispiel gibt es bereits in vielen Städten der USA, aber auch in Europa, ähnliche Komitees wie das der Trauernden Mütter.
In den vergangenen Wochen wurden hunderte Reformpolitiker, Journalisten und Aktivisten der Zivilgesellschaft in Massenprozessen vor Gericht gestellt. Ihnen wird vorgeworfen, gegen die nationale Sicherheit zu handeln und an einer Verschwörung mit ausländischen Mächten beteiligt zu sein. Wie schätzen Sie diese Prozesse ein? Zuerst einmal: Ich bezeichne diese Veranstaltung nicht als eine Gerichtsverhandlung, sondern als ein Theater. Es soll sich um öffentliche Verhandlungen handeln, aber man lässt nicht einmal die Familienmitglieder der Angeklagten in den sogenannten Gerichtssaal. In einigen Fällen hatten die Angeklagten nicht einmal das Recht, ihren Rechtsanwalt oder ihre Rechtsanwältin selbst auszuwählen, statt dessen sind sie von der Staatsanwaltschaft bestimmt worden. Viele meiner Kollegen im Zentrum für Menschenrechtsverteidiger im Iran haben die Vertretung der Angeklagten übernommen, aber keinem von ihnen ist es bis jetzt gelungen, ihre Mandanten zu besuchen oder Akteneinsicht zu erhalten. Deshalb werden die Entscheidungen und Urteile in diesen Verfahren auf keinen Fall akzeptabel sein.
Während einige Regierungsvertreter eine harte Bestrafung der Angeklagten fordern, zweifelt der Revolutionsführer daran, dass Beweise für die Anschuldigungen vorliegen. Einige Parlamentarier gestehen ein, dass es Folter und Vergewaltigungen im Gefängnis gegeben hat. Sind das Anzeichen dafür, dass es Risse im politischen Establishment gibt? Die Regierung kann nur dann fest im Sattel sitzen, wenn sie das Vertrauen der Mehrheit der Bevölkerung genießt. Die Ereignisse , die sich nach den Wahlen zugetragen haben, haben gezeigt, dass der Riss zwischen den Machthabern und den Menschen im Iran größer geworden ist.
Sie haben den Iran einige Tage vor den Wahlen verlassen. Sie haben sich seitdem aus dem Ausland sehr kritisch über die Menschenrechtslage geäußert. Schon vor ihrer Abreise wurden Sie bedroht und in ihrer Arbeit behindert. Werden Sie in den Iran zurückkehren? Was erwarten Sie bei Ihrer Rückkehr? Ich gehe in den Iran zurück. Und es ist auch nicht wichtig, was mich dort erwartet. Meinen Weg habe ich bewusst gewählt. Und ich habe auch immer Verletzungen der Menschenrechte kritisiert. Wenn ich jetzt mehr Kritik übe, dann liegt das daran, dass die Menschenrechtsverletzungen zugenommen haben. Mit dieser Kritik habe ich bereits Ende der achtziger Jahre begonnen. Meine kritischen Bücher und Artikel gehen sogar bis in die Anfangsphase der Regierung nach der Revolution zurück.
Straßentheater zur Unterstützung von Folteropfern am 26.06.2009
Internationaler Tag der UN
zur Unterstützung der Opfer
von Folter und Misshandlung
Hamburg am
Freitagmittag in der Mönckebergstraße: Eine Person kniet gekrümmt auf dem
Boden. Zwei Personen schlagen brutal auf offener Straße auf sie ein - ohne
Erbarmen. Die Passanten bleiben kurz stehen, grübeln, einige wollen helfen,
aber die Meisten gehen weiter. „Gefoltert wird überall rund um den Globus - in
staatlichem Auftrag, durch Kriminelle oder ganz privat. Jedes Jahr werden nach
offiziellen Angaben so viele Frauen durch Misshandlungen getötet, wie Amerikaner
im gesamten Vietnam-Krieg umkamen“, mit ruhiger aber kraftvoller Stimme gibt eine
Vertreterin von AMNESTY INTERNATIONAL Fakten der Folter, Grausamkeit und des
Todes in der Welt durch ein Megaphon, und verteilt Flyer. „Ein Sechstel der
Menschheit leidet permanent Hunger, alle drei Sekunden stirbt ein Kind, 42
Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht vor Hunger und Gewalt“; ihnen
allen wird - wie in Artikel 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte benannt
- grausame, unmenschliche
und erniedrigender Behandlung zuteil.
Es ist der 26.06.2009, Internationaler
Tag der UN zur Unterstützung der Opfer von Folter und Misshandlung. Der
Arbeitskreis Öffentlichkeit hat sich zusammen mit Schauspielstudenten des
Bühnenstudios der Darstellenden Künste Hamburg auf sehr eindringliche Weise die
Folter zum Thema gemacht. Mit Gedichten von Erich Fried, Gesang und Texten von
Bertolt Brecht, Dea Loher und Gerhard
Polt mischten die angehenden Schauspieler mit kurzen realistisch
wirkenden Performances die Mönkebergstraße, Reesendammbrücke und Spitalerstraße
auf. Swaantje Becker, Arash Beigi, Annika Bieck, Peter Burkart, Stefanie
Dahmen, Juliane Funke, Christina-Maria von Gusinski, Lena Lorenz, Anika Newjoto, Alexander Obe und Alena
Oellerich hatten unter Anleitung von Ben Soyka Impressionen und Dialoge
erarbeitet, die das Leid, die Erniedrigung und Qual vieler Folteropfer sehr packend
zum Ausdruck brachten. Zwischen den Hamburger Passanten inszenierten sie Situationen,
wie sie überall in der Welt täglich geschehen, weil gegen grundlegende
Menschenrechte verstoßen wird.
Auch am Folgetag, dem
27.06.2009, wurde der Stand der Gruppe 1171 am Schulterblatt durch
Straßentheaterszenen der Schauspieler unterstützt. Auf dem Boden liegt jemand wie
leblos. Ohne Aussparungen werden die Gedanken und Taten menschlicher
Grausamkeit durch die Worte der Täter veranschaulicht. Das unbeschwerte
Flanieren und Kaffeeschlürfen wurde für ein paar Minuten auf der „Piazza“
durchbrochen. Das Straßentheater löste Irritation, aber auch Fragen und
Interesse seitens der Passanten aus. Den Bezug zur aktuellen Situation in der
Welt schiebt ai zwischen den Szenen ein.
Die Konfrontation mit der
Thematik erbrachte AMNESTY INTERNATIONAL einige weitere Unterschriften für die
Petitionen der von 1171 betreuten Einzelfälle aus Syrien und Algerien zur
Freilassung vonKamal
al-Labwani, Riad Seif undMalik
Medjnoun. Auch sie werden unter widrigen Haftbedingungen und zum Teil unter
Folter oder ohne Anklage festgehalten.
„Ein Hund - der stirbt -und der
weiß - daß er stirbt - wie ein Hund -- und der sagen kann - daß er weiß- daß er stirbt - wie ein Hund - ist ein
Mensch“(Erich Fried im
Gedicht „Definition“)
Journey of Hope-Aktion
Am 29.04.09. hat der
"ai-Bezirk-Hamburg" und die "Intiative gegen die
Todesstrafe" die Journey of Hope-Aktion in Hamburg-Ottensen in der
"Werkstatt3" organisiert.
Trotz Blitz, Donner und
Wolkenbruch hatten sich cirka 50 Zuhörer eingefunden. Nach der Aufzeichnung bei
der Kerner-Show und sich daraus ergebenen kurzen Verspätung wurde der Beginn
der Vorträge von Fr.C. Olotu (ai-Gr.-Todesstrafe/ HH-Othmarschen)
eröffnet/kommentiert.
Bill Pelkes hat als
erster seinen Vortrag gehalten, dann Terri Steinberg und als letzter Ray Krone.
Die Übersetzung von
unserem Dolmetscher war gut, schnell.
Diese drei
Lebensgeschichten in dieser Form vorgetragen war schon sehr bewegend. Man
konnte es förmlich fühlen das Bill, Terri und Ray, trotzdem sie ja täglich ihre
Geschichte erzählen, sehr bewegt waren.
Jeder von uns hat sein
"Kreuz" zu tragen, ohne Frage. In den Fall von Bill, Terri und Ray
kann man aber sehen wie schnell man in
Sachen hinein geraten kann die man nicht für möglich gehalten hat. Solche Schicksale
gibt es viele und niemand soll glauben dass er nicht betroffen sein könnte.
Gymnasium Farmsen: Gegen den Einsatz von Kindersoldaten
180 "Rote Hände" gesammelt
Klasse 10d - Unterschriftsaktion am „Tag der offenen Tür“
In der 10. Klasse behandelten wir das Thema Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt im Unterricht. Von einigen Menschenrechtsverletzungen waren wir ziemlich schockiert, doch besonders betroffen waren wir vom Einsatz von Kindersoldaten. Die Vorstellung, dass Kinder in unserem Alter oder noch jünger in den Krieg geschickt werden, war für uns unvorstellbar. Wir beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen, und informierten uns bei Amnesty International, einer Organisation, die sich weltweit gegen Menschenrechtsverletzungen einsetzt.
Ein Mitglied einer Hamburger Amnesty-Gruppe, stellte uns verschiedene Materialien für Aktionen zur Verfügung. Wir entschieden uns für eine Ausstellung von Bildern ehemaliger Kindersoldaten.
Am „Tag der offenen Tür“ am 24.1.2009 präsentierten wir die Ausstellung und führten die Aktion „Rote Hand“ durch. Bei dieser Aktion wurde den Leuten eine Hand mit roter Farbe bemalt und sie setzten ihren Handabdruck auf ein Blatt Papier, außerdem ihren Namen und ihre Stadt, um so gegen den Einsatz von Kindersoldaten zu protestieren.
Mit dieser Aktion hatten wir großen Erfolg:
Wir sammelten 180 „Rote Hände“!
Diese wurden an terre des hommes geschickt und von dort zum „Tag der Kindersoldaten“ am 12. Februar an die UNO weitergeleitet. Wir hoffen, dass diese Aktion mit dazu beiträgt, dass die Kinder nicht mehr als Soldaten eingesetzt werden und ihnen geholfen werden kann.
Juliane Peters, 10d
Techno4Amnesty
Benefizparty
für Amnesty International
Am
Freitag, den 4. Juli 2008, startete mittlerweile zum dritten Mal in Kooperation
mit Amnesty International und dem Hamburger Club Waagenbau die Benefizparty
„Techno4Amnesty“. Ziel war es zu zeigen, dass auch die „Spaßgesellschaft“ sich
engagieren und etwas bewegen kann. Diesmal kamen rund 200 Gäste in den
Waagenbau. Musikkultur und Amnesty kamen hierbei nicht das erste Mal
miteinander in Berührung, schließlich ist Amnesty auch schon bei den brutalen
Gewaltorgien von Polizeikräften z. B. in Tschechien, England, Frankreich und
den USA für feiernde Leute von Techno bis Punk eingetreten.
Die
musikalische Unterhaltung kam dabei natürlich nicht zu kurz. Wieder kamen
zahlreiche Künstler aus dem elektronischen Musikbereich und es war eine bunte
musikalische Mischung. Techno, Tech-House, Elektro und Dubstep z. B. von DJ
Emerson, Tim Thaler & F.O.S.T., Timo Burdorf, Ronny Pries, Docma und der Mo
waren doch Argument genug den Abend im Waagenbau zu verbringen. Neben viel
tanzbarer Musik gab es viele Informationen von und über Amnesty International.
30 Jahre amnesty-Gruppe Stade
Gelungene Präsentation zum Jubiläum -
4 Wochen lang Präsenz gezeigt
1. Die Buxtehuder Gruppe Kaktusblüte mit dem Gitarristen von der Reith hat am 23.5.2008 mit flotten und melodischen Gesangsstücken den Rahmen für eine Benefizveranstaltung zugunsten von amnesty international gegeben. Gesungen wurden Lieder aus aller Welt und aus verschiedenen Zeiten. Anlass hierfür war der 30. Geburtstag der Stader amnesty-Gruppe. Der Schauspieler Charlie Rinn hat den Abend mit einer Lesung von Texten mitgestaltet und die Zuhörerschaft mit nachdenklichen aber auch amüsanten Texten zum Nachdenken angeregt. Die Veranstaltung fand im Königsmarcksaal des historischen Stader Rathauses statt. Im Eingangsbereich des Saals informierte amnesty international über das Schicksal bedrohter Journalist/inn/en.
2. Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens zeigte die amnesty -Gruppe in Stade für insgesamt vier Wochen im März / April 2008 in einer Ausstellung Themenfelder, Aufgaben sowie die Ziele von amnesty international. Die Ausstellung war drei Wochen in Stade im Gemeindehaus "Pastor-Behrens-Haus" und eine Woche im Rathaus Freiburg / Niederelbe zu sehen.
Ausblick: Die VHS Buxtehude veranstaltet im Herbstprogramm wieder so genannte Themenabende. Für den 4.11.2008 ist das Thema amnesty international im Programm, das zu Semesterbeginn veröffentlicht wird. http://www.vhs-buxtehude.de/kurse/webbasys/index.php
ai-Jahresversammlung 2008
Blockade der Regierung in Myanmar verletzt
Menschenrechte der Zyklonopfer
Hamburg, 12. Mai 2008. Mit scharfer Kritik an den Regimes in Myanmar und China ging die Jahresversammlung 2008 der deutschen Sektion von amnesty international (ai) in Hamburg zuende. Die rund 700 ai-Delegierten forderten die Machthaber in Myanmar auf, unverzüglich ausländische Hilfskräfte und -lieferungen in die Katastrophengebiete zu lassen. Dieselbe Forderung erhoben heute auch leitende ai-Vertreter aus dem asiatisch-pazifischen Raum auf ihrem Treffen in Hongkong.
Mit ihrem Verhalten verstoßen die machthabenden Generäle gegen grundlegende Menschenrechte wie das Recht auf Leben, das Recht auf Gesundheit, Wasser, Nahrung und Wohnung“, sagte ai-Vorstandssprecher Stefan Keßler. Die Jahresversammlung kritisierte auch das Verfassungsreferendum als intransparent; der Verfassungsentwurf gewährleiste Menschenrechte und Grundfreiheit nur sehr eingeschränkt. Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und die weiteren fast zweitausend gewaltlosen politischen Gefangenen müssten sofort freigelassen werden.
Die ai-Jahresversammlung kritisierte die zunehmende Repression gegen Menschenrechtsverteidiger in China. So wurden Yang Chunlin und Hu Jia unlängst zu fünf bzw. dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. „Zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, die wir in den letzten Monaten dokumentiert haben, geschahen nicht trotz, sondern wegen der Olympischen Spiele“, sagte Keßler. Die ai-Jahresversammlung rief deutsche und internationale Sportverbände dazu auf, sich aktiv für die Menschenrechte zu engagieren und ihre Solidarität mit den Menschenrechtsverteidigern in China zu demonstrieren.