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Aktuelle Fälle 1
China: Der Fall Huang Jinqiu


Wegen "Subversion" zu 12 Jahren

Gefängnis verurteilt

Huang Jinqiu ist Journalist. Im Jahr 2000 erhielt er ein Stipendium für ein Studium der Journalistik in Malaysia. Dort hatte er besseren Zugang zu Informationen und wurde politisch aktiv. Er schrieb regelmäßig für ausländische chinesischsprachige Nachrichtenportale wie www.boxun.com. Im Januar 2003 kündigte er an, die "Patriotische Demokratische Partei Chinas (CPDP) gründen zu wollen.

Sieben Monate später kehrte er nach China zurück und wurde von der Polizei streng überwacht. Am 10. September 2003 stellte er seinen letzten Artikel online. Titel: "Ich und meine Freunde von der Staatssicherheit". Drei Tage später wurde er festgenommen. Am 22. Juni 2004 wurde er unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht gestellt und wegen "Subversion" zu 12 Jahren Gefängnis und 4 Jahren Verlust seiner politischen Rechte.

Huang Jinqiu wurde wiederholt gefoltert und misshandelt. Seit 2006 haben sich seine Haftbedingungen etwas verbessert und das Strafmaß wurde um 1 Jahr, 10 Monate verringert. Somit würde er im Jahr 2013 entlassen werden.

Amnesty international betrachtet Huang Jinqiu als gewaltlosen politischen Gefangenen, der nur deshalb im Gefängnis sitzt, weil er sein Recht auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit friedlich wahrgenommen hat und fordert daher seine sofortige und bedingungslose Freilassung.

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DER FALL SHI TAO


ZEHN JAHRE HAFT FÜR EINE E-MAIL


Zahlreiche Menschen sind in China wegen der friedlichen Ausübung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert. Viele davon sind "Cyber-Dissidenten" wie der 40-jährige Journalist und Dichter Shi Tao.
Shi Tao hatte über sein Yahoo-Konto eine E-Mail an eine amerikanische Nichtregierungsorganisation (NGO) geschrieben. Darin schrieb er, dass die chinesische Regierung Journalisten davor gewarnt hatte, im Vorfeld des 15. Jahrestages über das Massaker auf dem Tiananmen-Platz zu berichten. Diese E-Mail wurde anonym veröffentlicht.
Durch die Zusammenarbeit mit Yahoo konnte die chinesische Regierung den Absender dieser E-Mail ermitteln. Daraufhin verurteilte ein Gericht Shi Tao im April 2005 zu zehn Jahren Haft. Die Urteilsbegründung: Er soll dem Ausland "Staatsgeheimnisse" verraten haben. In China erklären die Behörden vieles zu einem Staatsgeheimnis, auch wenn sie die staatliche Sicherheit nicht unmittelbar betreffen. Wie er beteuerte, handelte es sich nicht um Staatsgeheimnisse.

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Riad Seif - Syrien

Syrischer Reformer schwer krank

im Gefängnis


Der syrische Oppositionspolitiker und ehemaliges Mitglied des syrischen Parlaments, Riad Seif, wurde am 28. Januar 2008 verhaftet und sitzt seitdem im `Adra Gefängnis in Damaskus ein. Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen und fordert seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Riad Seif leidet unter fortgeschrittenen Prostatakrebs sowie einer schweren Herzerkrankung. Es ist zu befürchten, dass seine Inhaftierung und die Haftbedingungen sich für ihn lebensbedrohlich auswirken.

Riad Seif ist die elfte Person, die verhaftet wurde, weil sie eine Versammlung besuchte, die von der pro-demokratischen und parteiübergreifenden Gruppe Damascus Declaration for Democratic National Change (DDDNC) am 1. Dezember 2007 organisiert wurde. Amnesty International hält die elf Verhafteten für politische Gefangene, die nur aufgrund ihrer friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert wurden.

Riad Seif benötigt eine spezielle medizinische Behandlung für seine Krebserkrankung, die nur im Ausland möglich ist. Die syrischen Behörden haben ihm jedoch wiederholt eine Ausreisegenehmigung, um sich behandeln zu lassen, verweigert. Gefangenen im `Adra-Gefängnis wird nur eine eingeschränkte medizinische Versorgung gewährt. Die Familie Riad Seifs berichtete im Januar 2008, dass  Riad Seif in einem schmalen Korridor außerhalb des normalen Schlafsaals untergebracht ist, wo er weder Schutz vor der Kälte noch ein richtiges Bett zur Verfügung hat.

Riad Seif wurde wie die übrigen DDDNC-Inhaftierten der folgenden Anklagepunkte für schuldig befunden: „Verbreitung falscher oder übertriebener Nachrichten, die die Moral des Landes beeinträchtigen“ (Artikel 286) und „Mitgliedschaft in einer geheimen Vereinigung“ (Artikel 327). Die ursprüngliche Freiheitsstrafe von 3 Jahren wurde ohne Angaben von Gründen auf zweieinhalb Jahre reduziert.


HINTERGRUND


1994 zog Riad als Unabhängiger in das syrische Parlament ein, wo er soziale Missstände und Korruption anprangerte und ein Ende der Einparteienherrschaft der Baath-Partei forderte.

Als 2000 Präsident Bashar al-Assad seinem Vater an die Macht folgte, glaubten viele in Syrien an politische Reform und eine Öffnung der Ein-Parteien-Struktur. Riad Seif wurde schnell zum informellen Anführer der sich bildenden Demokratiebewegung, gründete zahlreiche Kulturzirkel und seine „Versammlung des nationalen Dialogs“ war er einer der Wegbereiter dessen, was später unter dem „Damaszener Frühling“ bekannt wurde. Er gestaltete seine Wohnung in Damaskus zu einem Treffpunkt für die Verfechter der Freiheit und Demokratie um. Auf diesen Versammlungen wurden u.a. Themen wie die Geschichte Syriens, die Rolle der Intellektuellen in der Zivilgesellschaft, die Einbindung der Bürger sowie Fragen der Menschenrechte diskutiert.

Als Riad Seif eine neue politische Partei gründen wollten, um die Bewegung auf eine breitere und durchsetzungsstärkere Basis zu stellen, schlugen die Behörden zu. Am 6. September 2001 wurde der damals 55jährige Abgeordnete verhaftet, nachdem ihm seine parlamentarische Immunität durch die Entscheidung des Präsidenten der Volksversammlung entzogen wurde. Am 4. April 2002 wurde Riad Seif nach einem unfairen Verfahren wegen „des Verbrechens, eine Verfassungsänderung durch illegitime Mittel erreichen zu wollen“ durch ein Militärgericht in Damaskus zu fünf Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Amnesty International setzte sich bereits damals für seine bedingungslose Freilassung ein.

2003 wurde Riad Seif der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar verliehen, den seine Tochter Joumana für ihn stellvertretend in Empfang nahm.

Am 18. Januar 2006 wurde Riad Seif als schwerkranker Mann aus der Haft entlassen. Er wurde seitdem wiederholt von den Sicherheitskräften und Behörden verfolgt und misshandelt. Das hat ihn jedoch nicht davon abgehalten, sich weiter für demokratische Reform in Syrien einzusetzen und Missstände und Korruption, wie z.B. bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen an Mitglieder der Assad-Familie, anzuprangern.


ANLIEGEN VON AMNESTY INTERNATIONAL

* AMNESTYfordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von Riad Seif und der übrigen DDDNC Inhaftierten, weil sie offensichtlich nur aufgrund ihrer friedlichen politischen Aktivitäten und ihres Eintretens für mehr Demokratie und Menschenrechte in Syrien inhaftiert und zu Haftstrafen verurteilt wurden.

* AMNMESTYfordert weiterhin, dass Riad Seif sofort Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung gewährleistet wird und er zu einer Behandlung ins Ausland ausreisen darf.

Der Fall wird betreut von der Gruppe Nr. 1171.

Schreiben Sie und unterstützen Sie diese Aktion:

Musterbrief (deutsch):
icon brief-riad-seif.doc
icon brief-riad-seif.pdf

Musterbrief (englisch):
icon brief-riad-seif-engl..doc
icon brief-riad-seif-engl.pdf
 
Kamal al-Labwani, Syrien

Vereinten Nationen: Inhaftierung

des syrischen Reformers

Kamal al Labwani rechtswidrig

Nach der im März 2009 veröffentlichten Stellungnahme der Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierung beim Menschenrechts-Hochkommissariat der Vereinten Nationen ist die Inhaftierung von Dr. Kamal al Labwani, einem der wichtigsten syrischen Oppositionspolitiker, rechtswidrig. Sein Verfahren hat nicht rechtsstaatlichen Standards entsprochen. Amnesty International, Human Rights Watch und andere Nichtregierungsorganisationen fordern daher alle Staaten auf, die Beziehungen zu Syrien unterhalten, sich für die Freilassung von Dr. al Labwani vorrangig einzusetzen.

Kamal al-Labwani wurde am 10. Mai 2007 vom Strafgericht in Damaskus zu 12 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde „Kommunikation mit einem ausländischen Staat zur Anstachelung eines Angriffs auf Syrien“ zur Last gelegt. Am 23. April 2008 hat der Militärgerichtshof in Damaskus die verhängte Strafe um weitere 3 Jahre erhöht. Kamal al-Labwani hatte im Herbst 2005 die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Länder besucht und Gespräche mit Regierungsvertretern, Journalisten und Menschenrechtsorganisationen über die politische Lage geführt. In Deutschland war Kamal al-Labwani unter anderem Gast im Auswärtigen Amt. Nach Einschätzung von amnesty international wurde Kamal al-Labwani nur aufgrund dieser friedlichen politischen Aktivitäten und Meinungsäußerungen verurteilt. 

Aktuelle Infos dazu:
icon opinionunwgarbitrdetentionsept08.pdf
Presseinfo dazu:
icon joint press release english.pdf

Syrischer Reformer und

Menschenrechtsverteidiger

zu insgesamt 15 Jahren Haft verurteilt



Kamal al-Labwani wurde am 23. April 2008 von der ersten Strafrechtskammer des Militärgerichts in Damaskus unter anderem wegen „Schwächung des Nationalgefühls“ (Artikel 285 des Strafgesetzes) und „Verleumdung des Staatsoberhaupts” (Artikel 376) zu weiteren drei Jahren Haft verurteilt, wodurch sich seine Strafe auf insgesamt 15 Jahre erhöht. Dem Anschein nach beruhen diese Anklagepunkte auf einer Erklärung, die Kamal al-Labwani zu seiner eigenen Verteidigung in dem vorangegangenen Verfahren vor dem Strafgericht abgegeben hat. Die damalige deutsche EU-Präsidentschaft hatte am 11. Mai 2007 die syrischen Stellen aufgefordert, das Urteil gegen Dr. Labwani aufzuheben. Am 23. April 2008 hat das Auswärtige Amt in einer Pressemitteilung gegen die erneute Verurteilung von Kamal al-Labwani protestiert. Kamal al-Labwani sitzt zur Zeit im `Adra-Gefängnis bei Damaskus ein.

Bereits am 10. Mai 2007 war Kamal al-Labwani vom Strafgericht in Damaskus zu 12 Jahren Haft verurteilt worden. Das Verfahren gegen ihn ent¬sprach nicht den internationalen Standards für ein faires Gerichtsverfahren. Ihm wurde „Kommunikation mit einem ausländischen Staat zur Anstachelung eines Angriffs auf Syrien“ (Art. 264 Strafgesetzes) zur Last gelegt. Kamal al-Labwani hatte im Herbst 2005 die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Länder besucht und Gespräche mit Regierungsvertretern, Menschenrechtsorganisationen und Journalisten über die politische Lage geführt. In Deutschland war Kamal al-Labwani unter anderem Gast im Auswärtigen Amt. Nach Einschätzung von amnesty international wurde Kamal al-Labwani nur aufgrund dieser friedlichen poli¬tischen Aktivitäten und Meinungsäußerungen zu dieser langen Gefängnisstrafe verurteilt.

Anfang Juni 2008 wurde bekannt, dass Kamal al-Labwani einem neuerlichen Militärgerichtsverfahren entgegensehen muss, da er sich mit einem Mitinsassen über eine Anhörung im britischen House of Lords, die u.a. die Menschenrechtssituation in Syrien zum Thema hatte, ausgetauscht hat.

Außerdem hat sich der Gesundheitszustand von Kamal al-Labwani verschlechtert. Zu Kreislaufproblemen – zu hoher Blutdruck – kommt nun noch eine Erkrankung der Prostata hinzu, die im `Adra-Gefängnis wohl nicht adäquat behandelt werden kann.


HINTERGRUND
Kamal al-Labwani gründete die „Liberale Demokratische Union“, ein Zusammenschluss von Reformern und Intellektuellen. 2000/2001 schloss sich al-Labwani der Bewegung des so genann¬ten „Damaszener Frühlings“ um den unabhängigen Parlamentarier Riad Seif an, die sich für mehr Freiheit und Demokratie in Syrien einsetzte und hochrangige Fälle von Korruption anprangerte. Kamal al-Labwani wurde im September 2001 verhaftet. Ihm wurde vor dem Obersten Staatssicherheitsgericht u.a. der „Versuch der Änderung der Verfassung mit illegalen Mitteln“ und „Anstachelung zu religiö¬sem Unfrieden“ zur Last gelegt. Im August 2002 wurde er nach einem unfairen Gerichtsverfahren zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde er im September 2004 freigelassen. In 2005 bereiste Kamal al-Labwani mehrere europäische Staaten und die USA, um über die politi¬sche Lage in Syrien zu sprechen. In seinen Gesprächen mit Menschenrechtsorganisationen, Regierungsvertretern und Abgeordneten warb er um die Unterstützung der Demokratiebewegung in Syrien mit friedlichen Mitteln.

Der Kern von Kamal al-Labwanis Botschaft lautet: „Wir möchten nicht, dass Gewalt gegen Syrien eingesetzt wird, noch nicht einmal Sanktionen, weil darunter nur die einfachen Leute in Syrien leiden und die haben schon genug durchzustehen gehabt. Wir möchten kein Geld von euch, denn das wird uns euch gegenüber verpflichten. Die Demokratie muss sich innerhalb Syriens entwickeln. Was wir von euch wollen, ist eure nachdrückliche diplomatische Unterstützung, wenn wir den Mut fassen, unsere Stimmen zu erheben und Demokratie und Menschenrechte für die Menschen in Syrien zu fordern.“

Im November 2005 wurde Kamal al-Labwani bei seiner Rückkehr am Flughafen Damaskus erneut verhaftet und in das Adra-Gefängnis überführt. Meldungen zufolge wurde er im November 2006 dort von einem kriminellen Häftling schwer geschlagen, ohne dass das Wachpersonal eingegriffen hätte. Auch von den Behörden erfolgte keinerlei Reaktion, um die Vorfälle zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem wurde Kamal al-Labwani zeitweilig in eine mit Ungeziefer verseuchte Kellerzelle verbracht und sein Kopf gewaltsam rasiert.

Die Verurteilung von Kamal al-Labwani steht im Zusammenhang mit einem generell härteren Vorgehen der syrischen Behörden gegen Oppositionelle und Menschenrechtsaktivisten. Im April 2007 wurde der Anwalt Anwar al-Bunni zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Journalist Michel Kilo erhielt als Unterzeichner der Damaskus-Beirut-Deklaration eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.


ANLIEGEN VON AMNESTY INTERNATIONAL


* AMNESTY fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von Kamal al-Labwani, weil er offen¬sichtlich nur aufgrund seiner friedlichen politischen Aktivitäten und seines Eintretens für mehr Demokratie und Menschenrechte in Syrien inhaftiert wurde.

* AMNESTY ist besorgt darüber, dass gegen Kamal al-Labwani gegenwärtig vor dem Militär¬gericht weitere Anklagepunkte erhoben werden, die offenbar alle daraus resultieren, dass er von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht hat.

* AMNESTY  ist besorgt darüber, dass Kamal al-Labwani nach einem Verfahren vor dem Straf¬gericht verurteilt wurde, das nicht den internationalen Standards für ein faires Gerichts¬verfahren entspricht.

* AMNESTY fordert die syrische Regierung auf, umgehend Reformen des Justizsystems einzuleiten, um sicher zu stellen, dass alle Gerichtsverfahren internationalen Standards für faire Verfahren entsprechen.


Der Fall wird betreut von der Gruppe Nr. 1171.

Schreiben Sie und unterstützen Sie diese Aktion:

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Musterbrief (englisch):
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Zheng Enchong, China

Chinesische Behörden drangsalieren

Menschenrechtsanwalt


Zheng Enchong, Rechtsanwalt aus Schanghai, der sich für im Zuge von Baumaßnahmen in Schanghai aus ihren Häusern vertriebenen Menschen einsetzt, ist auch nach seiner Freilassung am 5. Juni 2006 immer noch Opfer staatlicher Verfolgung. Nachdem er und seine Frau Jiang Meili sich am 24. Juli 2007 als Zuschauer für die mündliche Verhandlung von Zou Zhengyi, einem örtlicher Bauunternehmer, anmelden wollten, wurde Zheng Enchong außerhalb des Gerichtsgebäudes von etwa sechs Polizeibeamten öffentlich geschlagen.

Seitdem steht er unter ständiger Beobachtung und wird gegebenenfalls mit Schlägen daran gehindert sein Haus zu verlassen. Er wurde viele Male polizeilich vorgeladen und zu seinen Mandaten, gegebenen Interviews und Anschuldigungen wegen Steuerbetrugs befragt. Während eines polizeilichen Verhörs am 20. Februar 2008 wurde er Berichten zufolge durch eine unbekannte Person geschlagen und verletzt. Zuvor soll Zheng Enchong von Polizeibeamten und städtischen Behördenvertretern gewarnt worden sein, dass seine körperliche Unversehrtheit in Gefahr wäre, sollte er sich weiterhin für Fälle mutmaßlicher Zwangsräumungen engagieren.

Seiner Frau Jiang Meili und später auch ihren Geschwistern drohte die Polizei mit der Inhaftierung, sollten sie sich weiterhin über Zheng Enchongs Lage gegenüber den Medien äußern. Seit seiner Freilassung war Zheng Enchong meist in seiner Bewegungsfreiheit eingeschraenkt und immer wieder unter Hausarrest gestellt worden.

HINTERGRUND
Zheng Enchong wurde am 28. Oktober 2003 wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu drei Jahren Haft verurteilt. Amnesty International betrachtete ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen, der nur wegen der friedlichen Ausübung seiner Menschenrechte inhaftiert worden war.

ANLIEGEN VON AMNESTY INTERNATIONAL

* Zheng Enchong darf nicht mehr eingeschüchtert, unter Hausarrest gestellt oder inhaftiert werden
* Die Behörden müssen dafür Sorge tragen, dass Zheng Enchong sowie alle anderen Rechtsanwälte und Menschenrechtsverteidiger in China ihre legitime berufliche Tätigkeit bzw. ihr Menschenrechtsengagement ausüben können, ohne willkürliche Inhaftierung und Drangsalierung fürchten zu müssen.

Schreiben Sie und unterstützen Sie diese Aktion:

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Musterbrief (englisch):
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