amnesty international hamburg

Gruppe 1171 Eimsbüttel/Winterhude

Arbeitet zu: Maghreb, NAFRAN Nordafrika, Syrien




Die Gruppe 1171 gibt es seit 30 Jahren. Unsere Mitglieder wohnen hauptsächlich in den Stadtteilen Eimsbüttel, Winterhude und Barmbek; dort treffen wir uns etwa alle vier Wochen bei einem von uns zu Hause. Wir sind zur Zeit +/-12 Mitglieder von denen etwa 8 regelmäßig zu den Treffen kommen. Natürlich wollen wir uns in erster Linie für die Menschrechte engagieren; allerdings ist es uns auch sehr wichtig, dass wir - über das ernste Thema hinaus - dabei Spaß haben. Wir sind zur Zeit bunt gemischte Leute: u.a. Studenten, Journalisten, Industriekaufleute, Ingenieure, Techniker, Juristen.

In den letzten Jahren haben wir immer einzelne Gefangene betreut, aus Syrien, Algerien und Tunesien. Zugleich nehmen wir an einzelnen Themenkampagnen teil und machen im regionalen Netzwerk für Nordafrika (NAFRAN) mit. Unsere Arbeit besteht hauptsächlich aus ein bis zwei größeren Veranstaltungen im Jahr und regelmäßigem Briefe schreiben, sei es für unsere eigenen Fälle oder sogenannte Appeal Cases und Case Sheets (früher: Urgent Actions).

Wir freuen uns immer über neue Mitstreiter!

Wenn ihr ai noch gar nicht kennt, schaut am Besten auf dem monatlichen Infoabend im Bezirksbüro vorbei, der jeden 3. Montag im Monat um 19:00 Uhr im Eilbeker Weg 214 stattfindet.

Oder Ihr meldet euch direkt bei uns unter der e-mail-Adresse.

E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

Zur Zeit betreuen wir den Fall des syrischen Arztes Dr. Kamal al-Labwani und den Fall des Oppositionspolitikers Riad Seif.

Ausführliche Informationen hier




Kamal al-Labwani wurde am 10. Mai 2007 vom Strafgericht in Damaskus zu 12 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde „Kommunikation mit einem ausländischen Staat zur Anstachelung eines Angriffs auf Syrien“ zur Last gelegt. Am 23. April 2008 hat der Militärgerichtshof in Damaskus die verhängte Strafe um weitere 3 Jahre erhöht. Kamal al-Labwani hatte im Herbst 2005 die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Länder besucht und Gespräche mit Regierungsvertretern, Journalisten und
Menschenrechtsorganisationen über die politische Lage geführt. In Deutschland war Kamal al-Labwani unter anderem Gast im Auswärtigen Amt. Nach Einschätzung von amnesty international wurde Kamal al-Labwani nur aufgrund dieser friedlichen politischen Aktivitäten und Meinungsäußerungen verurteilt.

Seine Verurteilung steht im Zusammenhang mit einem generell härteren Vorgehen der syrischen Behörden gegen Oppositionelle und Menschenrechtsaktivisten. Im April 2007 wurde der Anwalt Anwar al-Bunni zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Journalist Michel Kilo erhielt als Unterzeichner der Damaskus-Beirut-Deklaration eine Freiheitsstrafe von drei Jahren.

Derzeit läuft gegen Kamal al-Labwani ein weiteres Verfahren vor dem Militärgericht in Damaskus u.a. wegen „Schwächung des Nationalgefühls“. Im Falle einer Verurteilung könnte sich die Gefängnisstrafe von Kamal al-Labwani um weitere drei bis fünf Jahre erhöhen.

ai fordert die Freilassung von Kamal al Labwani: Helfen Sie mit und unterstützen Sie
Dr. Kamal al Labwani mit einem Brief:

Musterappellbrief (englisch): icon appellbrief_syrien-11-08.pdf
Musterappellbrief (deutsch): icon uebersetzung_brief_kamal-11-08.pdf

Englische Fallseite mit Appellmöglichkeit per Mail: HIER

Aktuelle besondere Postkartenaktionen zum Fall:

Grußkartenaktion zu Syrien: icon grusskartenaktion-syrien-2008.pdf 

Appellunterlagen (Frankreich-Aktivität):icon kamal-frenchactivityoct2008.pdf
(Damaskus Kulturhauptstadt 2008 der arabischen Welt)

Für Interessierte und Presse - Detailinformationen:

 
Lebenslauf Kamal al Labwaniicon lebenslauf kamal al-labwani.pdf
Prozessverlauf
icon prozessverlaufstand080715.pdf
Pressespiegel
icon pressepiegelstand0508.pdf
Eine eindrucksvolle Bildauswahl des "Malers" Kamal al Labwaniicon kamal al labwani bilder.pdf
Öffentliche Stellungnahme Kamal al Labwanis
icon oeffentliche stellungnahmen kamal al labwanis.pdf
Stellungnahmen der europäischen, deutschen und amerikanischen Institutionen
icon aktivitaeten und stellungnahmen durch regierung und parlament in deutschland-europa und usa.pdf
Die Verteidigungsrede von Kamal al Labwani vor Gericht vom 16. Juli 2006:
icon verteidigungsrede.pdf
Link zum Länderbericht Syrien
HIER
Link zum Jahresbericht 2008
HIER
Kein Frühling in Damaskus, September 2007
HIER
Allgemeine Informationen zur politischen Lage in Syrienicon allgemeine informationen zur politischen lage in syrien _4_.pdf
Link zur Koordinations-Gruppe Syrien
HIER































Links zu anderen Gruppen, die sich für Kamal al Labwani und Syrien einsetzen

Link zur AMNESTY-Gruppe Bühl:HIER
Link zur AMNESTY-Gruppe Basildon, EnglandHIER
Link zur AMNESTY-Gruppe Bad Segeberg
HIER
Link zur AMNESTY-Gruppe Bielefeld
HIER

Vorträge von Dr. al Labwani:

"Arabic Dictatorship and Terrorism" und "Arabic Road to Democracy in Syria"

sind auf Arabisch verfügbar, eine Übersetzung liegt noch nicht vor.


Syrischer Reformer schwer krank

im Gefängnis


Der syrische Oppositionspolitiker und ehemaliges Mitglied des syrischen Parlaments, Riad Seif, wurde am 28. Januar 2008 verhaftet und sitzt seitdem im `Adra Gefängnis in Damaskus ein. Amnesty International betrachtet ihn als gewaltlosen politischen Gefangenen und fordert seine sofortige und bedingungslose Freilassung. Riad Seif leidet unter fortgeschrittenen Prostatakrebs sowie einer schweren Herzerkrankung. Es ist zu befürchten, dass seine Inhaftierung und die Haftbedingungen sich für ihn lebensbedrohlich auswirken.

Riad Seif ist die elfte Person, die verhaftet wurde, weil sie eine Versammlung besuchte, die von der pro-demokratischen und parteiübergreifenden Gruppe Damascus Declaration for Democratic National Change (DDDNC) am 1. Dezember 2007 organisiert wurde. Amnesty International hält die elf Verhafteten für politische Gefangene, die nur aufgrund ihrer friedlichen Ausübung ihrer Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit inhaftiert wurden.

Riad Seif benötigt eine spezielle medizinische Behandlung für seine Krebserkrankung, die nur im Ausland möglich ist. Die syrischen Behörden haben ihm jedoch wiederholt eine Ausreisegenehmigung, um sich behandeln zu lassen, verweigert. Gefangenen im `Adra-Gefängnis wird nur eine eingeschränkte medizinische Versorgung gewährt. Die Familie Riad Seifs berichtete im Januar 2008, dass  Riad Seif in einem schmalen Korridor außerhalb des normalen Schlafsaals untergebracht ist, wo er weder Schutz vor der Kälte noch ein richtiges Bett zur Verfügung hat.

Riad Seif wurde wie die übrigen DDDNC-Inhaftierten der folgenden Anklagepunkte für schuldig befunden: „Verbreitung falscher oder übertriebener Nachrichten, die die Moral des Landes beeinträchtigen“ (Artikel 286) und „Mitgliedschaft in einer geheimen Vereinigung“ (Artikel 327). Die ursprüngliche Freiheitsstrafe von 3 Jahren wurde ohne Angaben von Gründen auf zweieinhalb Jahre reduziert.


HINTERGRUND


1994 zog Riad als Unabhängiger in das syrische Parlament ein, wo er soziale Missstände und Korruption anprangerte und ein Ende der Einparteienherrschaft der Baath-Partei forderte.

Als 2000 Präsident Bashar al-Assad seinem Vater an die Macht folgte, glaubten viele in Syrien an politische Reform und eine Öffnung der Ein-Parteien-Struktur. Riad Seif wurde schnell zum informellen Anführer der sich bildenden Demokratiebewegung, gründete zahlreiche Kulturzirkel und seine „Versammlung des nationalen Dialogs“ war er einer der Wegbereiter dessen, was später unter dem „Damaszener Frühling“ bekannt wurde. Er gestaltete seine Wohnung in Damaskus zu einem Treffpunkt für die Verfechter der Freiheit und Demokratie um. Auf diesen Versammlungen wurden u.a. Themen wie die Geschichte Syriens, die Rolle der Intellektuellen in der Zivilgesellschaft, die Einbindung der Bürger sowie Fragen der Menschenrechte diskutiert.

Als Riad Seif eine neue politische Partei gründen wollten, um die Bewegung auf eine breitere und durchsetzungsstärkere Basis zu stellen, schlugen die Behörden zu. Am 6. September 2001 wurde der damals 55jährige Abgeordnete verhaftet, nachdem ihm seine parlamentarische Immunität durch die Entscheidung des Präsidenten der Volksversammlung entzogen wurde. Am 4. April 2002 wurde Riad Seif nach einem unfairen Verfahren wegen „des Verbrechens, eine Verfassungsänderung durch illegitime Mittel erreichen zu wollen“ durch ein Militärgericht in Damaskus zu fünf Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Amnesty International setzte sich bereits damals für seine bedingungslose Freilassung ein.

2003 wurde Riad Seif der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar verliehen, den seine Tochter Joumana für ihn stellvertretend in Empfang nahm.

Am 18. Januar 2006 wurde Riad Seif als schwerkranker Mann aus der Haft entlassen. Er wurde seitdem wiederholt von den Sicherheitskräften und Behörden verfolgt und misshandelt. Das hat ihn jedoch nicht davon abgehalten, sich weiter für demokratische Reform in Syrien einzusetzen und Missstände und Korruption, wie z.B. bei der Vergabe von Mobilfunklizenzen an Mitglieder der Assad-Familie, anzuprangern.


ANLIEGEN VON AMNESTY INTERNATIONAL

* AMNESTYfordert die sofortige und bedingungslose Freilassung von Riad Seif und der übrigen DDDNC Inhaftierten, weil sie offensichtlich nur aufgrund ihrer friedlichen politischen Aktivitäten und ihres Eintretens für mehr Demokratie und Menschenrechte in Syrien inhaftiert und zu Haftstrafen verurteilt wurden.

* AMNMESTYfordert weiterhin, dass Riad Seif sofort Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung gewährleistet wird und er zu einer Behandlung ins Ausland ausreisen darf.

Schreiben Sie und unterstützen Sie diese Aktion:

Musterbrief (deutsch):
icon brief-riad-seif.doc
icon brief-riad-seif.pdf

Musterbrief (englisch):
icon brief-riad-seif-engl..doc
icon brief-riad-seif-engl.pdf


 

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