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Am 11.01.2010 - Acht Jahre Guantánamo!

GUANTÁNAMO - EIN MENSCHENRECHTSSKANDAL

Barack Obama wird sein Versprechen nicht halten. Bei seinem Amtsantritt im Januar 2009 erklärte er in einem Präsidentendekret, das US-Gefangenenlager auf Guantánamo werde spätestens im Januar 2010 geschlossen. Im November 2009 sagte er, diese Frist sei nicht zu halten.

Eine schlechte Nachricht für die über 200 Gefangenen, die zum Teil seit fast acht Jahren ohne Anklage in der US-Militärbasis auf Kuba eingesperrt sind. Keiner wurde in einem fairen Gerichtsverfahren verurteilt. Nach internationalem Recht ist ihre Haft illegal. Viele mussten außerdem Misshandlung und Folter erleiden.

Seit Obamas Ankündigung konnten nicht einmal 30 Gefangene Guantánamo verlassen, einige davon in ihre Heimatländer. Einige, die in ihren Heimatländern Verfolgung fürchten müssen, wurden von Drittstaaten aufgenommen. Ein Gefangener ist inzwischen vor einem Zivilgericht in New York angeklagt.

Amnesty International fordert den US-Kongress auf, seinen Widerstand gegen die Entlassung von unschuldigen Häftlingen in die USA aufzugeben. Alle Gefangenen müssen endlich in einem fairen Verfahren einer Straftat angeklagt oder freigelassen werden. Andere Staaten können dabei helfen, indem sie Gefangene aufnehmen, die von der USA schon zur Freilassung vorgesehen sind, aber in ihren Heimatländern Folter, unfaire Prozesse oder andere Menschenrechtsverletzungen fürchten müssen.

Deutschland sollte dem Beispiel anderer europäischer Länder folgen und ebenfalls einige dieser Gefangenen aufnehmen. So könnte die illegale Haft für einzelne Gefangene schnell ein Ende finden, auch wenn sich die USA immer noch nicht vollständig von den Menschenrechtsverletzungen im Namen des Terrorbekämpfung verabschiedet haben.



Interview mit Sami al-Haj zu diesem Thema:

icon guantanamo 2009 interview _2_.pdf


Verkauft

Wie Ayub, Akhdar, Ahmed und Abu Bakr im Gefangenenlager Guantanamo Bay landeten. Feature von Christian Lerch

Verkauft für 5000 $, verschleppt nach Guantanamo, jahrelang gefoltert und gekauft für einen Natobeitritt

Ein betroffen machendes, erschütterndes und schön gestaltetes Hörbild von Christian Lerch.

Geflohen vor den Repressionen der chinesischen Regierung, von einer  pakistanischen Dorfgemeinschaft  an amerikanische Truppen verkauft, von der amerikanischen Regierung nach Guantanamo verschleppt und von dort für den Preis der angestrebten NATO-Mitgliedschaft von der albanischen Regierung "gekauft und abgelegt".

Die traumatische Odyssee der Uiguren Ayub (17 Jahre alt), Akhdar (27), Ahmed (28) und Abu Bakr (32), beispielgebend für den menschenverachtenden Umgang der amerikanischen und vieler europäischer Regierungen mit völlig schuldlos in die Hölle von Guantanamo geratenen Menschen.

Hören Sie einen Auszug aus der Ö1 Sendung "Hörbilder" zum Thema "Verkauft".
"Wie Ayub, Akhdar, Ahmed und Abu Bakr im Gefangenenlager Guantanamo Bay landeten.", vom Samstag, 07. November 2009, 09.05 Uhr in oe1.ORF.at.

Link: http://194.232.200.191/oe1/programm/0000B85A.MP3


 

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